Schröpfen

 

Ursprung

 

Das Schröpfen gehört ist schon seit einigen Jahrhunderten in verschiedenen Ländern als  Reiztherapie verankert und gehört zu den ältesten ausleitenden Therapieverfahren.

In unserer europäischen Tradition gibt es die Säftelehre, welcher nach sich die vier verschiedenen Säfte in uns befinden: Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle. Sind diese Säfte nicht im Einklang so entsteht ein Ungleichgewicht und dieses wiederum kann Krankheit erzeugen. Daher hat man früher schon die Schröpfgläser eingesetzt, um die Säfte wieder zu regulieren. Durch das trockene und blutige Schröpfen werden entweder kalte und chronische Veränderungen angesprochen oder Akute. Es werden die Stoffwechselprozesse und Fließeigenschaften im umliegenden Gewebe angeregt und aktiviert.

 

Paracelsus hat gesagt: "Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort will sie schädliche Stoffe anhäufen und ausleeren. Wo sie dieses selbst nicht kann, dort mache ich ein Loch in die Haut und lasse die schädlichen Stoffe heraus"

 

Umsetzung

 

Zum Schröpfen werden kleine kuppelförmige Gläser aus Glas oder Kunststoff auf die Haut gesetzt. Es entsteht ein Unterdruck und die Haut sowie das unterliegende Gewebe wird angezogen (Vakuum). Zur Unterstützung wird dabei entweder vorher eine kleine Flamme in das Glas gehalten und dann schnell auf die gewünschte Stelle gesetzt – das Feuer erlischt sofort, es gibt keine Verbrennungen! Eine andere Möglichkeit ist eine Pump-Variante mit welcher das Glas auf die Haut gesetzt wird (Luft wird raus gepumpt -> Unterdruck)

 

Unterschiede zu Schröpfkopfmassage / trockenes Schröpfen / blutiges Schröpfen

 

Schröpfkopfmassage

 

Bei der Schröpfkopfmassage wird die zu behandelnde Stelle mit einem Öl eingerieben und das Schröpfglas wird über das Hautareal gezogen, so dass eine gute Durchblutung herbeigeführt wird und es bis hin zu bläulichen Einfärbungen kommen kann. Diese kleinen Blutergüsse können Reaktionen des Gewebes sein und gehen in der Regel nach einigen Stunden bzw. Tagen wieder weg.

 

Trockenes Schröpfen

 

Wie bereits oben bei der Umsetzung beschrieben. Das Schröpfglas wird neben eine „kalte Gelose“ gesetzt und verbleibt dort so lange, bis eine Hautreaktion wie Rötung und / oder bläuliche Verfärbung auftritt.

 

Exkurs Gelosen: Gelosen werden Verhärtungen im Gewebe bezeichnet. Kalte Gelosen sind Verhärtungen im tiefliegenden Gewebe und sind häufig schon länger vorhanden. Sie können zu Schmerzen in der Muskulatur führen oder auch ausstrahlende Schmerzen verursachen sowie auf die umliegenden Strukturen (negativ) einwirken.

Heiße Gelosen sind ebenfalls Verhärtungen jedoch im oberen Gewebe, sie sind häufig schmerzhaft und das Hautareal reagiert dort schnell auf äußeren Druck mit Rötungen und Schmerz.

 

Blutiges Schröpfen

Hier werden häufig heiße Gelosen gewählt. Die oberflächliche Haut wird angeritzt und das Schröpfglas wird auf diese Stelle gesetzt. Durch den Unterdruck tritt durch die kleinen Ritzen das Blut aus und füllt sich im Glas.